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Medizin
2 Erkrankungen der Füße
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Fersensporn

Man unterscheidet zwischen unterem (häufig) und oberem (selten) Fersensporn. Es handelt sich um eine z. T. sehr schmerzhafte Knochenneubildung am inneren Fersenbeinansatz oder am Fersenbeinansatz der Achillessehne.
Der Fersensporn ist eine verschleißbedingte (degenerative) Erkrankung. Nicht jeder Fersensporn ist therapiebedürftig. Bei einem schmerzhaften Fersensporn stehen die belastungsabhängigen Schmerzen im Vordergrund. Je nach Stadium tritt der Schmerz erst nach längerer Belastung auf oder liegt ständig vor. Auch ein morgendlicher Anlaufschmerz, der sich im Tagesverlauf bessert, ist häufig.
Die Patienten klagen oft über einen brennenden oder stechenden Schmerz.
So kann ein Fersensporn entstehen
  • Alter
  • Übergewicht
  • schlechtes, unpassende Schuhwerk
  • Fußfehlbildungen
  • berufliche Überbelastung
Diese Faktoren können zu einer erhöhten Zug- und Druckbelastung der Sehnen am Fersenbein führen. Durch diesen Reiz kann es zu einer Veränderung in den Sehnenfasern kommen, die wiederum zu einer krankhaften Knochenbildung an der Ferse führt.
Prävention
  • tragen Sie bequeme Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
Therapie
  • legen Sie spezielle Fersenkissen in Ihre Schuhe
  • Stoßwellentherapie
  • tragen Sie individuell angefertigte Einlagen
Hallux rigidus

Beim Hallux rigidus handelt es sich um eine Arthrose des Großzehengrundgelenkes. Diese abnutzungsbedingte Erkrankung der Großzehe führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Wird sie nicht behandelt, führt sie meist zu einer Versteifung des Zehengelenkes.
Von dieser Erkrankung sind häufig Männer betroffen. Sie tritt oft nur einseitig auf. Der Hallux rigidus wird begleitet von schmerzhaften Bewegungseinschränkungen, die insbesondere das Abrollen der Großzehe betreffen.
Bei fortgeschrittener Deformation des Zehengelenkes ändert sich das Gangbild des Patienten durch einen Schongang.
So entsteht der Hallux rigidus
Die Arthrose entwickelt sich meist über Jahre. Eine sportliche Belastung führt nicht zur Arthroseentstehung. In den meisten Fällen geht eine Arthrose des Großzehengrundgelenkes auf genetische Faktoren zurück.
Prävention
  • tragen Sie bequeme, weite Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
Therapie
  • Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
Hallux valgus

Der Hallux valgus ist die am häufigsten auftretende Zehenfehlstellung. Sie wird sichtbar durch eine Abweichung des Großzehengelenkes nach außen. Es sind deutlich mehr Frauen von dieser Zehenfehlstellung betroffen (90%), die fast immer in Verbindung mit Spreizfüßen auftritt. Der Hallux valgus wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch "Überbein" genannt. Es handelt sich aber nicht um einen zusätzlichen Knochen oder ein kleines "Bein", sondern sieht nur so aus.
Der Hallux valgus ist sehr verbreitet und macht selten Beschwerden. Im Vordergrund steht das kosmetische Problem des "Überbeins". Durch die deutliche Verbreiterung des Fußballens drücken die Schuhe an dieser Stelle am stärksten. Dadurch entsteht eine Belastung der Haut und des darunterliegenden Schleimbeutels durch permanente Reibung. Um den Knochen zu schützen, verdickt sich der Schleimbeutel weiter und das Ausmaß der Verformung wird größer und der Druck nimmt weiter zu. Durch die Schiefstellung des Gelenkes kommt es darüber hinaus zu einer Arthrose des Großzehengelenks (Hallux rigidus).
So entsteht ein Hallux valgus
Meist handelt es sich um eine genetisch bedingte, den ganzen Körper betreffende Bänder- und Bindegewebsschwäche. Hinzu kommen unzweckmäßiges Schuhwerk und mangelndes Training der Fußmuskulatur durch sitzende Tätigkeiten.
Prävention
  • tragen Sie bequeme Schuhe
  • vermeiden Sie - wann immer es geht - hohe Absätze
Therapie
  • Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
  • Hallux valgus-Nachtorthese
Hohlfuß

Vom Erscheinungsbild her ist der Hohlfuß das Gegenstück zum Plattfuß.
Die Längswölbung des Fußes ist stark überhöht, womit sich der Auftritt des Fußes deutlich verändert. Der Fußballen wird unnatürlich beansprucht, was zu Schmerzen führt.
Der Hohlfuß entwickelt sich sehr langsam und schleichend. Oft wird er erst durch schmerzhafte Druckstellen auf Ballen und/oder Zehen festgestellt. Hühneraugen können die Folge sein.
Die Zehen sind durch unnatürliche Beanspruchung häufig eingekrallt (Hammer- oder Krallenzeh) und z. T. sogar versteift.
Der Gang eines Menschen mit Hohlfüßen wird stampfend und plump. Dadurch werden oft auch Knie- und Hüftgelenke in Mitleidenschaft gezogen.
So entstehen Hohlfüße
  • Lähmung der kleinen Fußmuskulatur
  • Veranlagung, genetische Faktoren
  • falsches, zu enges oder hohes Schuhwerk
Prävention
  • tragen Sie bequeme, weite Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
Therapie
  • Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
Klumpfüße

"Nach innen gekrümmter Pferdefuß" lautet die wörtliche Übersetzung des lateinischen Begriffs "pes equinus varus" wie der Klumpfuß in der medizinischen Fachsprache genannt wird.
Man unterscheidet im wesentlichen zwei Formen von Klumpfüßen:
  • angeborene (kongeniale) = primäre Klumpfüße
  • durch Lähmung erworbene = sekundäre Klumpfüße
Klumpfüße sind die zweithäufigste orthopädische Fehlbildung bei Neugeborenen nach Hüftdysplasie. Sie können ein- oder beidseitig auftreten. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Es handelt sich hier um eine ausgeprägte Deformität, die aus verschiedenen Komponenten besteht. Die einzelnen Komponenten sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Daher kommen auch sehr unterschiedliche Erscheinungsformen dieser Krankheit vor. Betroffen sind sowohl Knochen als auch Sehnen und Bänder.
Der Klumpfuß ist gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • Sichelfuß:
    Der Fuß sieht von oben betrachtet aus wie eine Sichel - Vorfuß und Zehen sind nach innen geneigt
  • Spitzfuß:
    Verkürzung der Achillessehne - die Ferse steht hoch, der Vorfuß weist nach unten Vorfuß und Zehen sind nach innen geneigt
  • Hohlfuß:
    Erhöhung des Fußlängsgewölbes
  • Fußaußenkante ist nach unten gedreht, so dass die Zehen beider Füße einander zugedreht sind
  • Grübchen am Übergang der Ferse zur Achillessehne, die auch durch Spannen der Haut nicht verschwinden
  • unterentwickelte Wadenmuskulatur (Klumpfußwade)
Je nach Ausprägung werden Klumpfüße in vier Schweregerade eingeteilt.
Ursachen
Bis heute sind die Ursachen für die Entstehung von Klumpfüßen nicht endgültig geklärt. Familiäre Häufungen treten jedoch auf.
Mögliche Ursachen:
  • Lageanomalie während der Schwangerschaft
  • Fruchtwassermangel während der Schwangerschaft
  • Rauchen und andere Suchtmittel während der Schwangerschaft
  • Umweltgifte
  • vermehrte Bildung von Binde- statt Muskelgewebe während der Schwangerschaft - dadurch Knochenfehlentwicklung
Diagnose
Hier muss in erster Linie das Ausmaß der Fehlstellung beurteilt werden. Ist lediglich eine Klumpfußhaltung nach der Geburt gegeben, reicht meist eine nicht-operative (konservative) Therapie aus.
Eine Röntgenaufnahme direkt nach der Geburt ist nicht sinnvoll, da die Knochen eines Säuglings noch größtenteils aus Knorpel bestehen und daher auf Röntgenbildern nicht klar erkennbar sind.
Ab dem 3. Monat lassen sich Fehlstellungen der Knochen eindeutig erkennen, so dass ab diesem Zeitpunkt eine genaue Therapie eingeleitet werden kann.
Therapie
  • Klumpfußorthesen
  • spezielle Einlagen
Krallenzehen und Hammerzehen

Hammer- und Krallenzehen sind Zehenfehlstellungen, die sich durch maximale Beugung eines Zehs im Endgelenk oder durch Überstreckung eines Grundgelenk bei gebeugtem Mittel- und Zehenendgelenk bemerkbar machen.
Diese Deformationen, die im Laufe des Lebens entstehen können, bilden schmerzhafte Druckstellen am Fuß aus, die zu Hühneraugen führen können. Hammer- und Krallenzehen treten oft bei einem Spreizfuß auf. Die Zehen werden durch Anwinklung kürzer und benötigen dadurch mehr Platz in der Höhe. Wenn diese Fehlstellung der Zehen über einen längeren Zeitraum besteht, versteifen die Zehen in dieser Fehlstellung. Oft kommt es zusätzlich zu Übereinanderlagerung der Zehen.
So entstehen und Hammer- und Krallenzehen

Hammer- und Krallenzehen können anlagebedingt auftreten. In den meisten Fällen liegt die Ursache jedoch im Tragen von unpassendem Schuhwerk mit zu hohen Absätzen. Hinzu kommen kann eine mangelnde natürliche Muskelbelastung des Fußes, die zu einer Verkümmerung der Fußmuskulatur führt.
Prävention
  • tragen Sie bequeme, weite Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
  • vermeiden Sie - wann immer es geht - zu hohe Absätze
Therapie
  • spezielle Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
  • Zehenpolster
  • bequeme Schuhe mit weitem Vorfußbereich
Knick-Senkfuß - oder einfach Plattfuß

Der Plattfuß ist wohl die bekanntestes Form der Fußveränderung. Ein Plattfuß wird durch eine schwache Muskulatur ausgelöst und in drei verschiedene Grade eingeteilt:
  • Grad 1:
    leichte Absenkung des Fußgewölbes
  • Grad 2:
    starke Absenkung des Fußgewölbes
  • Grad 3:
    totale Absenkung des Fußgewölbes: alle Fußwurzelknochen liegen "auf dem Boden"
Wenn der Plattfuß nicht angeboren wurde, so hat man ihn sich im Lauf des Lebens "angelaufen".

Prävention
  • tragen Sie bequeme, weite Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
  • vermeiden Sie - wann immer es geht - zu hohe Absätze
Therapie
  • spezielle Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
  • Sport-Fuß-Gymnastik
  • bequeme Schuhe mit weitem Vorfußbereich
Der Spreizfuß

Häufigste Fußfehlbildung beim Erwachsenen

Beim Erwachsenen ist der Spreizfuß die häufigste Fußdeformation. Er ist äußerst schmerzhaft. Während andere Fehlbildungen des Fußes wenig bis gar nicht schmerzen, macht sich der Spreizfuß durch Ziehen, Kribbeln und Pochen im Vorderfußbereich bemerkbar. Diese Schmerzen sind belastungsabhängig und treten besonders beim Gehen und Stehen auf. In Ruhestellung lassen sie wieder nach.
Einen Spreizfuß erkennen

Erkennbar ist der Spreizfuß durch Absenkung des Quergewölbes bei Belastung. Darüber hinaus ist der Vorfuß verbreitert und führt damit zu Beschwerden im Schuh.
Sie können leicht selbst feststellen, ob Sie einen Spreizfuß haben. Setzen Sie sich hin und betrachten Sie Ihre Fußsohlen. Ist in der Mitte des Ballens keine deutliche Kuhle zu sehen, sollten Sie sich dringend in einem spezialisierten Sanitätshaus beraten lassen. Hier wird Ihnen gezielt weitergeholfen.
Folgen - lassen Sie es gar nicht soweit kommen

Da die Grundstellung der Zehengelenke verändert ist, kann es durch den krankhaft veränderten Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes zu schmerzhaften Hühneraugen kommen. Eine schwerwiegende Folge des Spreizfußes kann das sogenannte "Überbein" (Hallux valgus) sein: Die Großzehe "geht" nach außen. Die Kleinzehe dagegen "wandert" nach innen, wodurch die mittleren Zehen zusammengedrückt werden und Hammerzehen entstehen können.
So entstehen Spreizfüße:
  • Veranlagung / Vererbung
  • langes Stehen oder Gehen auf untrainierten Füßen und/oder schlechtem Schuhwerk
  • schnelle Gewichtszunahme (z. B. Schwangerschaft)
  • in bestimmten Berufen durch langes Stehen auf harten, glatten Böden
  • dauernde unnatürliche Steilstellung des Fußes durch hohe Absätze
  • zu enge Schuhe
Prävention
  • tragen Sie bequeme, weite Schuhe
  • gehen Sie so oft wie möglich barfuß
  • vermeiden Sie - wann immer es geht - zu hohe Absätze
Therapie
  • spezielle Schuhzurichtungen
  • individuell angepasste Einlagen
  • Sport-Fuß-Gymnastik
  • bequeme Schuhe
  • Bandagen
Achillessehnenriss

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper. Bei einem Achillessehnenriss handelt es sich um eine plötzlich auftretende vollständige Durchtrennung der Achillessehne.
In den meisten Fällen gibt es keine Vorankündigung eines Achillessehnenrisses durch Schmerzen. Betroffen sind hauptsächlich sportlich aktive Menschen (besonders Männer) zwischen 30 - 50 Jahren.
Der Riss der Achillessehne wird begleitet von einem lauten Knall (wie einem Peitschenhieb) und stechendem Schmerz, der häufig schnell wieder nachlässt. Haben die Schmerzen nachgelassen, stellt der Patient fest, dass die Funktionen des betroffenen Beines deutlich eingeschränkt sind (z. B. kein Zehenstand möglich). Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte die Fersenregion gekühlt werden und das Auftreten auf das verletzte Bein unbedingt vermieden werden. Lassen Sie sich zu einem Arzt transportieren.
Ursachen für einen Achillessehnenriss

Die Achillessehne ist sehr belastbar. Man geht von einer Belastungsfähigkeit von bis zu 400 kg Zugkraft aus. Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen können einen Achillessehnenriss begünstigen. Bei maximaler Belastung, z. B. bei ungewöhnlich hoher Kraftanstrengung wie beim Abspringen oder Aufsetzen nach einem Sprung, beim Sprinten usw. kann die Achillessehne reißen. In den meisten Fällen reißt die Achillessehne komplett durch. Weitere Ursache kann eine schlechte Durchblutung des Sehnengewebes im höheren Alter sein.
Aber auch bei trainierten Menschen, die keine Verscheißerkrankung haben oder nicht an eingeschränkter Durchblutung leiden, kann ein Achillessehnenriss auftreten. Die Ursache liegt dann in mangelndem Aufwärmen der Sehnenfasern vor sportlichen Aktivitäten.
Prävention
  • wärmen Sie sich vor dem Sport auf
  • regelmäßige sportliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Beweglichkeit der Sehnen und Muskeln aus
Sofort - Therapie
  • versuchen Sie nicht, Ihre sportlichen Aktivitäten fortzusetzen
  • kühlen Sie Ihre Ferse
  • lagern Sie das betroffene Bein hoch
  • lassen Sie sich zum Arzt transportieren
Therapie
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